{"id":823,"date":"2014-06-23T03:38:47","date_gmt":"2014-06-23T01:38:47","guid":{"rendered":"http:\/\/web13.epsilon.ibone.ch\/usa\/?page_id=823"},"modified":"2014-06-23T04:21:43","modified_gmt":"2014-06-23T02:21:43","slug":"23-06-14","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/?page_id=823","title":{"rendered":"23.06.14"},"content":{"rendered":"<p>Das Ende naht. In zwei Tagen werden wir das Flugzeug besteigen und uns zur\u00fcck in die Schweiz fliegen lassen.<\/p>\n<p>Unser erster Halt in Kalifornien war ein kleiner staatlicher Parkplatz mit Grillm\u00f6glichkeiten und Zugang zum Meer. Als erstes sahen wir den \u00dcbersichtsplan und ein grosses Schild mit: no over-night parking. Nun standen da zwei rostige Wohnwagen, die sicher keine Meile mehr fahren konnten, mit allem m\u00f6glichen Plunder um sie herum. Wir sahen noch wie ein junger Mann darin verschwand. Ein selber gemachtes Schild mit Firewood 5$ stand an der Ecke, eine komische Sache die ganze Angelegenheit. Wir stiegen aus, schauten \u00fcbers Meer und Claudia wollte noch runter ans Meer. Ich entschied mich, bei unserem Fahrzeug zu bleiben und auf sie zu warten. Kaum war Claudia weg kam ein Auto elegant um die Ecke und eine junge Frau stieg aus. Unter dem Arm hatte sie ein in einem Plastiksack eingepacktes Gef\u00e4ss. Ein junger Mann kam von der gegen\u00fcber liegenden Seite aus dem Geb\u00fcsch und die zwei tuschelten miteinander und dann verschwanden sie. Als Claudia zur\u00fcckkam, erz\u00e4hlte ich ihr von dem Gesehenen und wir fuhren langsam weg und blickten beide r\u00fcber zum Geb\u00fcsch um heraus zu finden, wo die beiden waren. Mir l\u00e4uft dieses Bild noch heute nach. Es war eine von B\u00fcschen und B\u00e4umen umgebene offene Stelle. Es gab gespannte Segeld\u00e4cher und unter ihnen alle Ger\u00e4tschaften zum Kochen und Schlafen und mitten drin Kinder. Wir sahen uns kurz an und sagten gleichzeitig: Die wohnen dort! Unglaublich. Wir fuhren weiter und fragten uns immer wieder, wie die Verh\u00e4ltnisse hier im Norden von Kalifornien sind, denn hier herrscht kein Glanz und Glimmer, sondern wir sahen viele herunter gekommene H\u00e4user, viele leere Gesch\u00e4fte und auch Leute, die mit Hab und Gut hinter sich herziehend herum liefen. Crescent City, unser n\u00e4chstes Ziel zeugte auch davon. Selbst der Flohmarkt oder die Back Yard Sale, die hier in den USA immer einen riesen Auflauf verursachen, schienen nur schlecht besucht bzw. mit wenigen Sachen best\u00fcckt.<\/p>\n<p>Wir hatten uns f\u00fcr einen Campground etwas vor Crescent City entschieden. Die Gegend beheimatet die sogenannten Redwoods. Diese B\u00e4ume k\u00f6nnen hunderte von Jahre alt werden und sie erreichen enorme H\u00f6hen. Diese Mammutb\u00e4ume geh\u00f6ren zur Unterart der K\u00fcstenmammutb\u00e4ume. Es ist gewaltig zwischen ihnen zu wandeln und besonders sch\u00f6n ist es seinen RV direkt vor ihnen geparkt zu haben und mit ihnen zu sein. Es erf\u00fcllt einem mit einer so sch\u00f6nen inneren Ruhe und Zufriedenheit und du vergisst die Welt um dich.<\/p>\n<p>Wir fuhren noch bis Eureka an der K\u00fcste entlang und dann zog es uns wieder ins Landesinnere. Es ist sch\u00f6n an der K\u00fcste entlang, aber mit unserem grossen Gef\u00e4hrt kommen wir nicht immer an die sch\u00f6nsten Str\u00e4nde, besonders da in den USA die M\u00f6glichkeit besteht, dass du direkt mit dem Auto auf den Strand f\u00e4hrst. Das Landesinnere mit seinen Pr\u00e4rien und dann mit seinen Pinienw\u00e4ldern ist auch sehenswert. Wir fuhren also von Meeresh\u00f6he hoch in die Sierra Nevada. Von Null auf 690m \u00fc.M. dann wieder hinunter nach Redding auf 151m \u00fc.M. Am n\u00e4chsten Tag fuhren wir dann wieder durch W\u00e4lder, an Seen vorbei um dann irgendwann in South Lake Tahoe anzukommen. Auch hier ging es stetig aufw\u00e4rts. Redding mit seinen 151 und unser Ziel mit seinen 1901 m \u00fc.M. Warum wir nach Lake Tahoe fuhren? Ich war das letzte Mal vor 25 Jahren in Lake Tahoe und fand die Gegend bezaubernd und ich wollte es wieder entdecken. Gleichzeitig wusste ich, dass wir viele Schweizer\u00a0Benennungen in dieser Gegend entdecken werden (wie z.B. Bigler, Alder, Grimselpass, Matterhorn und noch viele mehr).<\/p>\n<p>Als wir \u00fcber den Berg runter auf Tahoe City kamen, erschlugen mich das Gewusel und der Verkehr fast. Es sah fast so aus wie bei uns am Brienzersee bei sch\u00f6nem Wetter im Sommer. Wir wollten uns eine kleine Pause g\u00f6nnen und hier etwas essen. Per Zufall war da am Strassenrand ein Parkplatz frei, aber die emsigen L\u00e4delibienchen da draussen machten mich bewusst, dass ich ja allergisch gegen Bienenstiche bin und es gescheiter ist weiter zu fahren. Jetzt kam die Herausforderung, denn das sich in den Verkehr einf\u00fcgen, war fast ein Ding der Unm\u00f6glichkeit. Wer will schon als Autofahrer einen langweiligen RV vor sich??? Na ja, die konnten nicht wissen, dass ich am Steuer sitze und ich wahrlich zu den langsamen Fahrern geh\u00f6re, selbst wenn die Strasse noch so kurvenreich ist. J Mir gelang nach f\u00fcnf Minuten das Unm\u00f6gliche und ich reihte mich ein. Auch hier sind die Seesichten h\u00e4ufig mit H\u00e4usern zugepflastert und nur wenige Abschnitte sind noch f\u00fcr die normal Sterblichen. Wir fanden so eine Stelle, wo wir dann gem\u00fctlich gepicknickt haben. In aller Ruhe ohne Gedr\u00e4nge.<\/p>\n<p>In South Lake Tahoe war es etwas gem\u00fctlicher. Auf der Hauptachse gab es auch vier Kolonnen Stauverkehr, aber es hat da mehr Platz und Luft. Wir haben die wundervolle Gegend erkundet und auch eine Runde Golf gespielt, unsere leider letzte Runde in den USA. Auf der Golfrunde haben wir das Miteinander nochmals genossen. Auf jedem Platz hat es einen sogenannten Marshall, der im Auge beh\u00e4lt, dass die Langsamen nicht zu langsam sind und die Schnellen nicht zu schnell sind. Bei uns in der Schweiz ist es so, dass wenn der Marshall h\u00e4lt, ziehst du den Kopf ein, denn es ist nie was Gutes. In den USA sind dies meist Pensionierte Klubmitglieder, die von Gruppe zu Gruppe fahren und sich nach dem Befinden erkundigen und gerne mit dir etwas reden, selbst wenn dies einmal f\u00fcnf Minuten in Anspruch nimmt. Golf is fun, dies ist ihre Devise. Auf diesem Platz kam auch ein \u00e4lterer Herr zu uns und erkundigte sich woher wir kamen. Ach, aus der Schweiz, da war ich letztes Jahr, bzw. ich war in Irland und das liegt ja ganz in der N\u00e4he und darum waren wir auch noch dort und ich liebe die Schweiz und \u00fcberhaupt wie geht es euch hier und noch sch\u00f6nes Spiel. Beim dritten Treffen ging ich auf ihn zu und erz\u00e4hlte, dass es bei uns kein gutes Zeichen ist, wenn der Marshall anh\u00e4lt. Auf diesen Satz sprang er aus seinem Wagen und sagte, bei uns wird nach dem Befinden gefragt und er d\u00fcrfe Big Hugs verteilen und dies sei doch das Sch\u00f6ne an seiner Aufgabe. Er nahm uns beide in die Arme und fuhr weiter\u2026<\/p>\n<p>Wir mussten uns wohl oder \u00fcbel langsam mit dem Weg nach Hause befassen. Wir benutzten die M\u00f6glichkeit in den Tagen in Lake Tahoe in unserem riesigen Campground unter den Pinien den RV zu entr\u00fcmpeln. Vieles musste entsorgt werden und sie hatten so sch\u00f6ne grosse Container. Wir durften dies ohne weiteres, denn andere entsorgten ihre Zelte oder Luftdoppelmatratzen, also konnten wir gut unsere kaputten, alten Kleider und all die Prospekte und all das Kleinzeug, das sich angesammelt hatte auch hinterlassen. Am Abfahrtsmorgen haben wir selbst unseren kleinen Kohlegrill, den wir in Los Angeles angeeignet hatten (ein junges P\u00e4rchen hatte ihn auf dem Tisch mit vielen anderen Dingen hinterlassen), \u201evergessen\u201c (schliesslich geh\u00f6re ich schon zu den 50+ und bei denen f\u00e4ngt es ja so an\u2026). Er stand ganz bl\u00f6d hinter einem Baum und da steht er vielleicht noch oder es ist ihm so ergangen wie beim letzten Mal und jemand ist er gerade im richtigen Moment unter die Hand gekommen.<\/p>\n<p>Von South Lake Tahoe wollten wir es nochmals wissen und fuhren erst \u00fcber einen 2300m hohen Pass und gleich dann noch auf den Carson Pass, der bei 2700m hoch war. Die Route 88 ist auch nur im Sommer mit dem Auto teilweise befahrbar. Es gibt noch ein \u2013 zwei Skigebiete, aber sonst ist da nur reine Natur. Leider sahen wir keinen B\u00e4ren, aber es gibt ihn den Kalifornischen B\u00e4ren, nur wollte er sich uns nicht zeigen. Wir mussten heute also wieder runter auf 15m \u00fc.M. Es ging rasant immer weiter den Berg runter und kaum waren wir aus den B\u00e4umen, begann eine vertrocknete Pr\u00e4rie mit einigen gr\u00fcnen B\u00e4umen und schwarzen K\u00fchen als Kontrast. Der Verkehr nahm zu, die Pr\u00e4rie wandelte sich zum Teil zu Obst- und Walnussplantagen oder Weinst\u00f6cken um. Lodi hat dem Napa Valley den Kampf angesagt. Sie wollen die F\u00fchrung in der Weinproduktion \u00fcbernehmen. Da w\u00fcnschen wir viel Erfolg.<\/p>\n<p>Nun begann die letzte Etappe. Unser Ziel war South San Francisco Candlestick RV Park.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Ende naht. In zwei Tagen werden wir das Flugzeug besteigen und uns zur\u00fcck in die Schweiz fliegen lassen. Unser erster Halt in Kalifornien war ein kleiner staatlicher Parkplatz mit Grillm\u00f6glichkeiten und Zugang zum Meer. Als erstes sahen wir den \u00dcbersichtsplan und ein grosses Schild mit: no over-night parking. Nun standen da zwei rostige Wohnwagen, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":10,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-823","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/823","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=823"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/823\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":910,"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/823\/revisions\/910"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/usa2014.compiworld.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=823"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}