Na sowas! Es sind schon sieben Tage seit dem letzten Eintrag…
Da haben wir aber so manches zum Nachholen.
Als erstes müssen wir von unserem gelungenen Start in die Golfsaison berichten. Wir fuhren an einen Ort in Los Angeles, wo es sich zu leben lohnt. Im Marshall Canyon Golf Club wurden wir herzlich begrüsst und durften gleich mit Elektrocart auf die 18 Loch! Wir haben doch tatsächlich keinen Landschaden verursacht 🙂 ! Wir spielten unser bestes Pfarrkirchner Golf und die Leute schauten echt uns zwei einzigen Ladys auf dem Golfkurs hinterher. So kann man Los Angeles erleben. Alles andere ist einfach to much…
Beflügelt von unserer Golfrunde ging es am nächsten Tag weiter Richtung San Diego. Die Fahrt war kurz aber sehr abwechslungsreich. Auf der Fahrt nach San Diego hatten wir uns entschieden die Erfahrung Attraktionspark doch noch zu erleben. Wir sind nicht die Kilbigänger, aber hier in San Diego wollten wir Zoo und Bähnli fahren im Sea World kombinieren. Also holten wir uns Tickets. Welch ein super Gedanke!!! Sonntag und dann ins Sea World. Was soll’s wir müssen ja nicht stressen und all die Familien hatten genug mit ihren Kindern zu tun. Beim Eingang wurde uns bewusst, dass wir im Land der zu erwartenden Attentate waren. Jeder musste seinen Rucksack zeigen, wobei bei dem Gewusel mit den Kindern so manche Fototasche einfach durch ging oder der mitgebrachte Kinderwagen beladen mit all dem was man so braucht mit kleinen Kindern, unbeachtet durchging. Aber beim Ticketeinlass musste jeder seinen rechten Zeigefingerabdruck einscannen lassen. Was für ein gutes Gefühl… Die Nächsten, die uns zum Kopfschütteln gebracht haben, war die Bedienung in einem ihrer Food Restaurants. Wohl gemerkt es gibt nur Fast Food, aber es scheint man bräuchte mindestens einen universitären Abschluss um dort zu arbeiten und den Ablauf der Zubereitung zu verstehen. Als Erstes wurde von einem netten Fräulein vor den Nuggets und Hot Sandwiches nachgefragt, ob man ein Eis wolle. Vier andere hörten zu und sollte ein Ja kommen, sprang jede aufs Eis. Nun waren schon mal vier beschäftig mit einer Bestellung, aber was war mit den Fleischessern, die nachher kamen. Wenn sie Glück hatten wurden sie in der Warteschlange nach vorne geschickt, aber… da war niemand… alle waren ja beim Eis zubereiten. Ups, da war jemand. Schon vorbei. Endlich jemand, ein Geschrei auf beiden Seiten… Please wait… Da wieder jemand… Was wollten sie schon?… Please wait… Der Herr dort vorne hatte eigentlich auf diese Sandwiches gewartet, die die nette Frau ergattert hat und jetzt stolz an die Kasse trug… Please wait… Vor lauter nicht wissen wohin das Essen nun gehen sollte und ob es das richtige war, landete mehr im Abfall, als im Schlund der Wartenden. Trotz allem hatten wir einen vergnüglichen Tag mit Beobachten von Mensch und Tier!!!!!!
So und nun ab über die Interstate 8 von San Diego nach Yuma (Arizona), unser Tagesziel. Gemütlich sind wir losgetuckert und näherten uns den Bergen. Es stieg stetig etwas an und immer mehr. Wir fuhren nur leicht kurvend von Meereshöhe auf 4160 feet (ca. 1228 m ü.M.). Dies war nicht so schlimm, aber die ernüchternde Nachricht stand am Fusse des Gebirges mit der Warnung auf einem Schild: Possible stormy winds next 53 Miles (mögliche böige Winde die nächsten 83 km) Ich kann ganz klar sagen, dass es nicht möglich sondern pure Realität war. Wir krochen über das Gebirge und mussten immer wieder mit dem Wind kämpfen. Dies waren mühsame Meilen. Nun denn, es besserte und als wir in der Ebene waren war es nicht mehr so schlimm. Uns erwartete nach den steinigen Bergen eine grasgrüne Ebene, wo industriell Heu und Stroh produziert wurde. Wohin das Auge reichte waren Felder in allen Stadien des Graswuchses und des Trocknens. Eindrücklich! In Yuma mussten wir erfahren, dass wir einfach zu jung sind. Die meisten Campgrounds nehmen hier nur Gäste im Alter von 55+ auf. Mit Müh und Not haben wir einen gefunden, der sich unserer erbarmt hat und uns für eine Nacht bei Ihnen übernachten liess. Wir hatten sogar das Glück von Larry begrüsst zu werden, der uns ein Willkommensgeschenk überreichte und uns bat länger in Yuma zu bleiben, da es in der Gegend vieles zu sehen gebe. Diese Campgrounds sind für Leute aus dem Norden um den Winter an einem angenehm warmen Ort zu verbringen. Fängt im Norden der Frühling/Sommer an, ziehen sie wie die Zugvögel wieder nach Norden. In diesen Ressorts ist alles auf sie abgestimmt. Es laufen Unterhaltungsprogramme von Spielen bis Sport alles Mögliche und gemeinsam. Selbst am Pool wird das Alter berücksichtigt. Erstens wird es das ganze Jahr über geheizt und zweitens haben wir nirgendwo anders die Verhaltensmassnahmen bei Inkontinenz in der Umkleide gefunden 🙂
Wir sind nicht länger geblieben, denn uns zog es in die Kakteenwüste von Organ Pipe National Monument. Dort erwartete uns eine wundervolle Kakteenlandschaft. Bilder, die wir schon so oft in den Western gesehen hatten. Wir übernachteten im Organ Pipe und durften eine wundervolle Sonnenuntergangsszene erleben und gleich als Zugabe gab es einen kugelrunden, ganz gelben Mond der sich im Westen erhob. Es fehlte nur noch das Geheul der Kojoten. Am nächsten Morgen waren wir schon um 06.30 zu Fuss unterwegs um den Morgen abseits der Zivilisation zu geniessen. Einfach herrlich!
Nach dem Frühstück fuhren wir ab Richtung Tuscon. Hier wurde uns gezeigt, dass wir sehr nahe an der mexikanischen Grenze waren, denn wir wurden zwei Mal angehalten von den Border Officer. Beide Male mussten wir auf die Seite, die Pässe wurden inspiziert und jedes Mal hatten wir einen netten Officer, der Verständnis mit uns zeigt. Der Erste erklärte, er hätte eine Grosstante aus der Schweiz. Sie sei leider verstorben, aber sie hiess mit Nachnamen Schmutz. Ich erklärte ihm voller Freude, dass es in unserer Gegend viele Schmutz’s hätte und er meinte wir wären vielleicht über viele Ecken verwandt. 😉
In Tuscon angekommen, hiess es wieder Campground suchen und auch hier hiess das Problem: 55+. Wir steuerten einfach den erst besten an und klar war er für 55+ und das Office war auch noch nicht offen, aber wir strahlten wieder eine Hilfslosigkeit aus, die die Dame im Office zerfliessen liess und sie nahm uns auf… Für zwei Nächte wollten wir bleiben und uns hier von der Hitze bräteln lassen … Beim Registieren machten wir Bekanntschaft von Jack, der seine Nichten und Neffen in der Schweiz hätte. Sie wohnten in Fribourg… OHNE WORTE …