Neues aus dem Westen
Wir waren also in unserem Campground im Süden von Salt Lake City. Um die Stadt zu besuchen, mussten wir noch fast ein eine Stunde fahren. Salt Lake City und die Agglomeration brauchen eine Fläche von 100 Meilen auf der Nord-Süd Achse und rund 35 Meilen auf der Ost-West Achse. Sicher ist ein jeder von Euch das Bild einer grösseren Stadt präsent. Geschäftiges Treiben, viel Verkehr, viele Fussgänger, viele Geschäfte,… Nun Downtown Salt Lake City sieht fast ausgestorben aus. Das Zentrum bildet der Tabernakel und hier wird es schwierig, denn bei den Mormonen sind die Strassen in den Städten in North – South und West – East eingeteilt. Der Tempel liegt also zwischen West North Temple bzw. East North Temple Square und die parallel Strasse West South Temple bzw. East South Temple. Dies sind die Strassen über und unter dem Tabernakel liegenden, wenn man dann nach rechts und links schaut wird es noch verwirrter. Da geht dann links ab die North West Temple und die nächste ist dann die North 200 West, North 300 West, … Super jetzt begreif ich die Geschichte und dann schau ich nach rechts und denke jetzt kommt die North 200 East und nein es ist was ganz anderes! Es ist die North State, okay an der liegt das Regierungsgebäude (eine 1 zu 1 Kopie des Washington Capitol) darum kann ich dies noch akzeptieren. Die nächste sollte dann die N 200 E sein, aber nein jetzt kommen sie mit Buchstaben A Street, B Street, C Street, … und die südlichen Querstrassen haben dann auch wieder andere Namen, da sie nicht durchgehend sind und und CHAOS CHAOS CHAOS….. Selbst unsere Susie (Navigationsbegleiterin mit GPS) findet sich hier nicht mehr zurecht. Mit all den W und E und S und N wird es ihr zu viel und sie steigt aus.
Diese Mormonen sind schon ein eigenes Volk. Sie sind sehr freundlich. Man erkennt sie leicht. Die Männer tragen weisse Hemden, Krawatte (schwarz), dunkle Hosen. Die Frauen sind meist klassisch angezogen. Haben auch häufig lange Jupes an. Erkennbar sind sie auch an ihrer Kinderschar. Eine US-Amerikanerin aus Wala Wala, Washington sagte uns: je mehr Kinder, desto mehr Ansehen in der Gemeinde. Im alltäglichen Leben merken wir ihre Präsenz hauptsächlich beim Einkaufen. Im Grossverteiler findet man plötzlich ein grosses Angebot an Stoffen und Nähutensilien, aber auch Strick- und Stickutensilien. Der Wein und stärkeres findet man nur noch ausserhalb der Orte in staatlichen Geschäften, denn der Mormone trinkt keinen Alkohol und raucht auch nicht. Wir treffen auf unserer Durchquerung des Staates Utah auch viel häufiger auf gut gepützerlete Häuser.
Wir haben hier einiges eingekauft und natürlich auch Golf gespielt. Die Ruhephase hat gut getan und wir verfolgten unseren Weg weiter nach Norden. Die nächste Station war Garden City am Bear Lake. Wir benutzen einen Scenic Byway, der uns kurz in den Staat Wyoming führte. Wir machten in Evanston Halt, um einzukaufen und etwas zu essen. Auf unserer Reise haben wir bis jetzt so manches gesehen, aber eine Information fehlt uns immer wieder. Wir haben oft Mühe zu wissen auf welcher Höhe wir uns befinden. Bei uns sind Baumgrenzen, Baumarten, Berg- Hügelformen schon ein Indikator, aber hier? Meist müssen wir dann im Internet Nachforschungen starten. Evanston liegt also auf 2057m ü.M. Gestartet sind wir in Provo/Salt Lake City 1288m ü.M und Garden City am Bear Lake liegt bei 1821m ü.M. Würde unsere Karossa nicht zwischendurch bei Steigungen röhren, würden wir oft nicht wirklich merken, dass wir steigen. Die Feststellung an diesem Tage führte dazu, dass ich unsere Reise nochmals angeschaut habe und fand Erstaunliches.
Wir sind bei 16m gestartet und sind der Küste entlang über 100m zu 22m gekommen. Bei unserer windig-böigen Reise über Land von San Diego nach Yuma ging es von 22m zu 561m und das Ziel war bei 43m!!! Die nächsten Stationen gingen dann eindeutig in die eher vierstelligen Zahlen. Wobei Santa Fe mit 2231m, Grand Canyon 2092m, Bryce Canyon 2400m und Torrey 2084 eindeutig die höchsten Übernachtungsstandorte bis jetzt sind. Wir haben aber auch Pässe bis zu 3000m überquert.
Wir haben uns in Bear Lake besonders mit dem Golfen befasst. Es gibt am See zwei 9-Loch Anlagen. Das Einzigartige dabei ist, dass der Eine im Staat Utah liegt und der andere im Staat Idaho. Es war witzig von einem zum anderen Platz mit dem RV zu fahren. Sie liegen etwa 10 Minuten auseinander. Unsere Stationen sind kurz gesteckt, da wir einige 9 Loch Anlagen auf dieser Strecke spielen wollen. Von Garden City fuhren wir weiter. Auf unserem Weg fuhren wir durch Paris (bekannt für den Tabernakel aus rotem Stein, der von Schweizern Steinhauern gehauen und erbaut wurde) und kamen bei Bern und Genf vorbei nach Montpelier. Montpelier hatten wir gewählt als Zwischenstation, damit wir am 18.05.14 dort Golf spielen können. Nun ging es weiter Richtung Lava Hot Springs, wo wir in den mineralischen, heissen (39.5 bis 44.5) Quellen baden werden. Wellness…