11.05.14

What’s up, doc?

Es hat sich wieder so einiges seit unserem letzten Blog ereignet .

Wir sind nach dem Grand Canyon N.P. Erlebnis nicht mehr aus dem Staunen heraus gekommen. In dieser kurzen Zeit haben wir wundervolle Gegenden entdeckt.

Unser erster Halt nach dem Grand Canyon war Page, wo wir uns eine wundervolle Golfrunde gegönnt haben (mit nur leichten Landschäden). Page ist bekannt als Anlaufspunkt für den Lake Powell, ein Stausee, der die längere Uferlänge hat als die ganze US Pazifikküste. Man findet auf dem See eine grosse Menge an Hausbooten und auch kleinere Boote. Fischen ist hier ein Muss. Wer sich einen Monat lang ein Hausboot mit allem drum herum Juli/August mieten will, bezahlt 10’000.- Dollar. Stolzer Preis für die Einsamkeit.

Von Page aus fuhren wir Richtung Hurricane im Staate Utah. Utah gilt als der Mormonenstaat, wobei in den umliegenden Staaten genauso bis zu 80% Mormonen leben. Eigentlich hatten wir gedacht von Hurricane durch den Zion N.P. zu fahren, aber wir haben uns dagegen entschieden. Die Durchgangsstrasse ist an gewissen Stellen etwas eng für unser Fahrzeug. Ein Umstand, den wir schon öfters erlebt hatten, aber im Zion N.P. hätten wir 15.- Dollar zusätzlich bezahlen sollen, um die Strasse im Konvoi benutzen zu können. Selbst wenn wir nicht durch ihn durchfuhren, haben wir etwas von der wundervollen Gegend gesehen. Wir fuhren über Cedar City und dann Richtung Bryce Canyon N.P. Wir nutzten die Scenic Routen 14 – 89 – 12 dazu. Eine sehr gute Wahl, denn es war keine heisse Luft. Die Szenen waren wirklich atemberaubend. Sie führten uns über Berg und Tal bis zu unserem Campground kurz vor dem National Park. Wir übernachteten unter Pinien, ohne künstliches Licht und trotz allem mit dem ganzen Komfort. Früh waren wir aus dem Bett und schon bald begaben wir uns in die wundervolle Welt des Bryce Canyon N.P. Der Bryce Canyon N.P. ist für seine Abbruchstellen bekannt. Die Felsenpyramiden (Hoodoos genannt) sind immer wieder auf den Fotos zu sehen. Eindrucksvoll von oben, wie auch inmitten von ihnen.

Unsere Sinne wurden extrem beansprucht, denn sobald es weiter ging, wurden wir immer wieder aufs Neue überrascht. Wir fuhren weiter auf der 12 Richtung Torrey. Auf diesem Weg fuhren wir durch Prärien wie aus der Serie «Little house in the prairie» oder über einen Berg (Boulder Mountains), wo wir das erste Mal das Gefühl hatten aus der Baumgrenze rausgekommen zu sein (wir befanden uns auf fast 3000m). Das etwas Andere für uns Schweizer/Europäer ist die Art, wie man hier auf den Berg fährt. Die Strassen sind selten in Kurven angelegt. Serpentinen kennen sie hier nicht. Es geht einfach bergauf und wenn es nicht anders geht kommen anschliessend zwei – drei kleine Kurven um dann wieder gleich gerade aus bergauf. Runter fahren sieht nicht viel anders aus. Da kommt ein gelbes Schild mit einem Lastwagen drauf und als zusätzliche Information steht die prozentuale Neigung. So fuhren wir von etwa 2000m auf fast 3000m rauf und dann mit zweimal 10%igen und zweimal 8%igen Gefälle wieder hinunter auf 2000m über Meer.

Von Torrey ging es in den nächsten atemberaubenden N.P. Wir fuhren über die 24 in den Capitol Reef N.P. Das Gebirge wurde von den Siedlern so benannt, weil es wie ein Riff aussieht. Die grosse Eigenart ist aber, dass sich hier eine Wassertasche befindet. Die Wassertasche ist eine geologische Eigenart, die sich über 150km erstreckt. Die zweite Eigenart ist die Obstplantage, die noch von den Siedlern her stammt und heute noch Bestand hat. Die Besucher dürfen sich direkt von den Bäumen bedienen.

Weiter ging es auf der 24 bis nach Green River. Die letzten Meilen führten uns durch eine Wüste namens Rafael. Es ist kaum zu glauben, aber genau da gab es während fünf Minuten einen Regenguss!!!

Die nächste Scenic Route führte uns am Colorado River entlang nach Moab. Jeder der einmal in diese Gegend kommen sollte, sollte diese Routen benutzen. Es ist einfach umwerfend schön hier. Die Route 128 führte uns erst über Land und dann ging es runter zum Colorado River. Eine bisweilen sehr enge Strasse, aber auch kaum befahren. Zwischen roten Felsen hindurch hatten wir das Gefühl wie, … wie, … Es gibt keine Worte dafür, man muss es einfach erleben… Die Sprachlosigkeit ging gleich weiter als wir die Weite und die vielen Canyons im Canyonland N.P. erlebten. Der Grand Canyon kann von der Weite gleich einpacken. Er ist sicher weniger bekannt aber genauso sehenswert. Unser einziges Problem war, dass die Parkplätze für unser Gefährt eher selten waren, besonders an den bekanntesten Stellen. Wir fanden mit unserem Glück einen Parkplatz an vordersten Front und assen unser Sandwich vor einer wundervollen Szenerie.

Am nächsten Morgen sind wir früh aufgestanden, denn wir wollten in den Arches N.P. Dieser liegt gleich neben dem Canyonland N.P. Dort sind Gesteinsbögen zu bewundern. Der Park ist nicht sehr gross und die Parkplätze sind für unser Fahrzeug gezählt. Im Reiseführer steht, dass die Spitzenzeiten zwischen 10 Uhr morgens und 15 Uhr nachmittags. Wir fuhren um 7 Uhr in den Park hinein und trafen fast niemanden. Die Morgenstimmung war einmalig. Die Sonne wurde verschleiert durch Wolken und nur einzelne Strahlen kamen durch. Einmalig. Tatsächlich kamen die Massen gegen 10 Uhr und es wurde immer schwieriger Fotos ohne Leute zu schiessen und wir konnten nicht mehr die Natur in Ruhe geniessen! So fuhren wir gegen 13 Uhr aus dem Park mit Eindrücken im Herzen, die niemand mehr uns nehmen konnte.

Moab hat uns etwas an Queenstown in Neuseeland erinnert. Viel Bewegung, viel Action und sehr wenig Ruhe. In Moab ist das 4×4 Mekka, sei es vom Kleinsten zum Grössten (wir sahen auf einem Parkplatz, wo sich alle für’s 4×4 Abenteuer vorbereiteten einen Dreikäsehoch auf seiner Motocross Maschine hin und her «fräsen») und aufs Wochenende kommen sie alle hier her. Es zuckte mir in allen Fasern und ich konnte mich kaum zurück halten, aber wir wollten nach Salt Lake City. Wir wollen uns dort für etwas länger einnisten um die erlebten Eindrücke zu verarbeiten. Also ging es über die 191 – 6 – 15 nach Provo in unser Rückzugscampground. In den nächsten Tagen steht Salt Lake City Downtown, Shopping und GOLFEN auf dem Programm.